Sonntag, 16. Oktober 2022

Aspirin

Acetylsalicylsäure (ASS), auch bekannt als Aspirin, ist ein nichtsteroidales entzündungshemmendes Medikament, das zur Linderung von Schmerzen, Fieber und  Entzündungen sowie als Antikoagulans eingesetzt wird. Aspirin wird unter anderem auch zur Behandlung des rheumatischen Fiebers, sowie langfristig zur Vorbeugung von Herzinfarkten, ischämischen Schlaganfällen und Blutgerinnseln eingesetzt.

Ein Vorläufer von Aspirin, der in der Rinde des Weidenbaums (Salix) vorkommt, wird seit mindestens 2.400 Jahren wegen seiner gesundheitlichen Wirkung verwendet. Im Jahr 1853 behandelte der Chemiker Charles Frédéric Gerhardt das Medikament Natriumsalicylat mit Acetylchlorid, um zum ersten Mal Acetylsalicylsäure herzustellen. In den folgenden 50 Jahren ermittelten andere Chemiker die chemische Struktur und entwickelten effizientere Herstellungsverfahren. Aspirin ist in den meisten Ländern ohne ärztliche Verschreibung als Originalpräparat oder Generikum erhältlich. Mit einem geschätzten Verbrauch von 40.000 Tonnen (50 bis 120 Milliarden Tabletten) pro Jahr ist es eines der weltweit am häufigsten verwendeten Medikamente.

Arzneimittel aus Weidenrinde sind auf Tontafeln aus dem alten Sumer sowie im Ebers-Papyrus aus dem alten Ägypten zu finden. Hippokrates erwähnte um 400 v. Chr. die Verwendung von Salicyltee zur Fiebersenkung. Zubereitungen aus Weidenrinde waren in der Antike und im Mittelalter Teil des Arzneibuchs der westlichen Medizin. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Weidenrindenextrakt wegen seiner spezifischen Wirkung auf Fieber, Schmerzen und Entzündungen anerkannt. Während des 19. Jahrhunderts experimentierten die Apotheker mit einer Vielzahl von Chemikalien, die mit Salicylsäure, dem aktiven Bestandteil des Weidenextrakts, verwandt waren, und verschrieben sie.

1853 behandelte der Chemiker Charles Frédéric Gerhardt Natriumsalicylat mit Acetylchlorid, um zum ersten Mal Acetylsalicylsäure herzustellen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ermittelten andere akademische Chemiker die chemische Struktur der Verbindung und entwickelten effiziente Synthesemethoden. 1897 begannen Wissenschaftler des Pharma- und Farbstoffunternehmens Bayer, Acetylsalicylsäure als weniger reizenden Ersatz für die üblichen Salicylat-Medikamente zu untersuchen, und fanden einen neuen Weg, sie zu synthetisieren. Bis 1899 hatte Bayer dieses Medikament Aspirin genannt und verkaufte es weltweit. Das Wort Aspirin war der Markenname von Bayer und nicht der generische Name des Medikaments. Die Rechte von Bayer an der Marke gingen teilweise verloren oder wurden in vielen Ländern verkauft. 

In den 1960er und 1970er Jahren entdeckten John Vane und andere den grundlegenden Mechanismus der Wirkung von Aspirin.  Klinische Versuche und andere Studien aus den 1960er bis 1980er Jahren belegten die Wirksamkeit von Aspirin als Gerinnungshemmer, der das Risiko von Gerinnungskrankheiten verringert. Die ersten großen Studien über die Verwendung von niedrig dosiertem Aspirin zur Vorbeugung von Herzinfarkten, die in den 1970er und 1980er Jahren veröffentlicht wurden, trugen zur Reform der Ethik in der klinischen Forschung, der Richtlinien für die Forschung am Menschen und der US-Bundesgesetze bei und werden oft als Beispiele für klinische Studien angeführt, an denen nur Männer teilnahmen, aus denen jedoch allgemeine Schlussfolgerungen gezogen wurden, die für Frauen nicht zutrafen. Der Absatz von Aspirin hat sich in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und bleiben auch im 21. Jahrhundert stark, da sie in großem Umfang zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen eingesetzt werden.

Bayer verlor sein Warenzeichen für Aspirin in den Vereinigten Staaten in Verfahren zwischen 1918 und 1921, weil das Unternehmen den Namen für sein eigenes Produkt nicht korrekt verwendet und die Verwendung von "Aspirin" durch andere Hersteller jahrelang zugelassen hatte, ohne die Rechte am geistigen Eigentum zu verteidigen. Heute ist Aspirin in vielen Ländern eine Gattungsmarke. Aspirin, mit einem großen "A", ist nach wie vor eine eingetragene Marke von Bayer in Deutschland, Kanada, Mexiko und in über 80 weiteren Ländern für Acetylsalicylsäure in allen Märkten, jedoch mit unterschiedlichen Verpackungen und physischen Aspekten für jeden Markt.

Detaillierte Informationen zu Aspirin finden Sie hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Weiden_(Gattung)

https://www.aspirin.de/

Dienstag, 15. Juni 2021

Halle - digitaler Impfpass in Apotheken

Die Apotheke am Bergmannstrost beteiligt sich an der seit dem 14.06.2021 laufenden Aktion zur Digitalisierung des Impfnachweises nach Impfung gegen den Coronavirus. Die ersten Kunden haben die Daten aus Ihrem Impfausweis erfolgreich digitalisieren lassen und in die Corona-Warn-App oder die CovPass-App übertragen. 

QR-Code Corona-Impfzertifikat 

 Es werden die Erst- und die Zweitimpfung erfasst. Kunden, die kein Smartphone haben oder die Speicherung in einer App nicht möchten können einen A4-Ausdruck des Zertifitats erhalten. Mehr Informationen zum digitalen Impfzertifikat für unsere Kunden gibt es hier:

Apotheke Halle Impfpass Corona

Donnerstag, 1. August 2019

Medikamente bei den Großeltern

Wenn Enkelkinder ihre Großeltern besuchen, ist die Freude beidseitig. Allerdings denken viele Großeltern nicht daran, vor dem Besuch der Enkel ihre Medikamente kindersicher zu verstauen. Viele bewahren die Arzneimittel nach wie vor in ihrer Handtasche auf, einige lassen die Tabletten gar auf einem Tisch liegen damit sie an die Einnahme erinnert werden. Fast 40 Prozent der Kinder, die wegen medikamentöser Vergiftungen in Notaufnahmen behandelt wurden, hatten die Medikamente ihrer Großeltern eingenommen. Daher sollten Arzneimittel stets an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, wo die Enkelkinder – und zwar unabhängig von ihrem Alter – nicht herankommen. So ist die gemeinsam verbrachte Zeit für alle entspannt und schön!

Donnerstag, 25. Juli 2019

Medikamentenwirkung an heissen Tagen

 
Bei großer Sommerhitze kann sich die Wirkung bestimmter Medikamente verändern. Das Risiko für Nebenwirkungen kann damit steigen. Zum einen können Medikamente die Regulierung der Körpertemperatur beeinflussen und sich auf Blutgefäße und Schweißdrüsen auswirken. Außerdem kann sich die Wirkung der Mittel verändern. Bei großer Hitze stößt das Herz mehr Blut aus und die Nierenfunktion verändert sich. 


Damit kann sich beispielsweise die Zeit verändern, in der der Körper bestimmte Arzneimittel verarbeitet und ausstößt. Dies ist vor allem bei Mitteln riskant, die sehr genau dosiert werden, zum Beispiel bei Lithium oder Herzglykosiden (Digoxin, Digitoxin). Zu möglichen Risiken und Nebenwirkungen bei großer Hitze berät Sie das unserer Versandapotheke gern.

Dienstag, 12. Februar 2019

Erkältungsmittel können Blutdruck erhöhen

 
Erkältungsmittel können Blutdruck erhöhen
In der Erkältungszeit gibt es viele hilfreiche rezeptfreie Medikamente, die die Symptome von Husten und Schnupfen lindern. Aber Achtung: Einige dieser Arzneimittel können den Blutdruck erhöhen. Die betrifft vor allem die Wirkstoffe Pseudoephedrin und Phenylephrin. Auch nichtsteroidale Schmerzmittel, die Bestandteil vieler rezeptfreier Erkältungsmedikamente sind (z.B. Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure), können zusätzlich den Blutdruck erhöhen.
Personen, die ohnehin Probleme mit hohem Blutdruck oder bereits einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erlitten haben, sollten diese Präparate nicht leichtfertig einnehmen und sich daher unbedingt beraten lassen.

Montag, 9. Juli 2018

Rückruf Valsartan-Präparate

Rückruf Valsartan-Präparate

Eine große Anzahl an vorsorglichen Rückrufen von Arzneimitteln startete in der letzten Woche. Eine immer größere Zahl von Herstellern ist dabei betroffen.
Zurückgerufen werden valsartanhaltige Arzneimittel, deren Wirkstoff von Zhejiang Huahai Pharmaceutical in China hergestellt wurde. Die Ursache ist eine Verunreinigung mit N-Nitrosodimethylamin. Die Substanz wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Betroffen sind nach jetzigem Stand:
Valsartan AAA, verschiedene Stärken, alle Packungsgrößen, alle Chargen
Valsartan Hennig, Valsartan Hennig plus, verschiedene Stärken, alle Packungsgrößen, alle Chargen
Valsartan Ratiopharm und Valsartan Ratiopharm comp., verschiedene Stärken, alle Packungsgrößen, alle Chargen
Valsartan Puren, verschiedene Stärken, alle Packungsgrößen, alle Chargen
Valsartan Actavis 80 und 320 mg, verschiedene Packungsgrößen, diverse Chargen
Valsartan Stada, Valsartan/HCT Stada, verschiedene Stärken und Packungsgrößen, diverse Chargen
Valsartan 1A Pharma und Valsartan 1A Pharma Plus, verschiedene Stärken und Packungsgrößen, alle Chargen
Valsartan comp Basics, verschiedene Stärken in allen Packungsgrößen, diverse Chargen
Valsartan AL und Valsartan /HCT AL, verschiedene Stärken und Packungsgrößen, diverse Chargen
Valsartan Hexal und Valsartan Hexal comp, verschiedene Stärken und Packungsgrößen, diverse Chargen
Valsartan Zentiva 40, 80, 160 und 320 mg, alle Packungsgrößen, alle Chargen
Valsartan Zentiva comp. 80/12,5, 160/12,5, 160/25, 320/12,5 und 320 mg/25 mg, alle Packungsgrößen, alle Chargen
Valsartan Heumann 40, 80, 160 und 320 mg, 28, 56 und 98 Filmtabletten, alle Chargen
Valsartan-Hormosan comp 80/ 12,5 mg, 160/ 12,5 mg und 160/ 25 mg, 28 und 98 Filmtabletten, alle Chargen
Valsartan Dexcel 80 mg und 160 mg, 98 Filmtabletten, Ch.-B.: 1603145, 1605261, 1609020 und 1609027

Noch keine Meldung gibt es bislang von: Axcount, Biomo und Macleods.

Novartis mit Entresto, Exforge/Exforge HCT, Diovan/Codiovan, Dafiro/Dafiro HCT, Provas/Provas Comp, TAD (Valsacor) und Mylan dura haben bereits gemeldet, dass ihre Ware nicht betroffen ist.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mahnt Patienten die valsartanhaltigen Arzneimittel nicht eigenmächtig abzusetzen. Sie sollten Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Das gesundheitliche Risiko durch einen Therapieabbruch sei um ein Vielfaches höher als das durch N-Nitrosodimethylamin. Es noch nicht bekannt, ob und wie viel von der Verunreinigung im Endprodukt zu finden sei. Daher bestehe aktuell kein akutes Patientenrisiko.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Cialis (Tadalafil) wird billiger

Mit dem Ablauf des Patents auf den Wirkstoff Tadalafil (Cialis) am 15.11.2017 wird es voraussichtlich ab Mitte November möglich sein, das Medikament gegen erektile Dysfunktion preiswerter kaufen zu können. Die Verschreibungspflicht bleibt natürlich bestehen.
Die Hersteller Hexal,1A Pharma, Ratiopharm, AbZ, Stada und Aliud besitzen bereits die notwendige Zulassung. Es ist zu erwarten, dass diese Anbieter den Preis des Originalpräparats Cialis von Lilly deutlich unterbieten. Weitere Anbieter werden folgen, so dass nach der ersten Runde es weitere Preissenkungen oder preiswertere Präparate geben wird.

Tadalafil ist ein starker und selektiver Inhibitor der Phosphodiesterase Typ 5 (PDE 5). Die Einschränkungen in der Verwendbarkeit bei Personen mit koronaren Erkrankungen, Nieren- und Leberinsuffizienz, unter der Behandlung mit blutdrucksenkenden Wirkstoffen etc. gelten ebenso wie für Sildenafil (u.a. Viagra).

Tadalafil 20 mg wird unter dem Namen Adcirca zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie (Hochdruck im Lungenkreislauf) eingesetzt. Die Dosierung mit 5 mg Tadalafil wird auch zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (gutartige Prostatavergrösserung) des Mannes eingesetzt. Wesentlich bedeutsamer ist die Anwendung zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (5, 10 oder 20 mg). Im Gegensatz zu Sildenafil muss Tadalafil nicht kurz vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Tadalafil gilt aufgrund seiner längeren Halbwertzeit von bis zu 36 Stunden (der Wirkstoff wird langsamer abgebaut und verbleibt deshalb länger im Körper) als Wochenendpille. Diese Eigenschaft von Tadalafil stellt für viele Anwender einen Vorteil dar, da sie und ihre Partner weniger unter Druck stehen, zeitnah nach der Einnahme Geschlechtsverkehr zu haben.

Die aktuellen Preise können unsere Kunden hier erfahren: Tadalafil
Wir bitten nochmals zu beachten, dass die Kunden unserer Internetapotheke nur beliefert werden können wenn uns das Rezept im Original vorliegt. Es muss also in einem Brief gesendet werden.

Mittwoch, 17. Mai 2017

ARD Thriller "Gift" mit Heiner Lauterbach, Thema gefälschte Medikamente



Die ARD sendet heute, am 17.05.17 um 20.15 h den Film „Gift“ mit Heiner Lauterbach und Julia Koschitz in den Hauptrollen. Der Film von Regisseur Daniel Harrich erzählt die Geschichte eines Aussteigers aus der Pharmaindustrie, der die Machenschaften betrügerischer Hersteller von Medikamenten aufdecken will. Wir wünschen unseren Kunden eine spannende Unterhaltung und Aufmerksamkeit gegenüber unseriösen Angeboten.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände hat zu diesem Thema ein Faktenblatt veröffentlicht:

ARZNEIMITTELFÄLSCHUNGEN
Stand: 21. November 2016

Hintergrund

» Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass bei Arzneimitteln, die über illegale
Internetversender bezogen werden, der Fälschungsanteil bei über 50 Prozent liegt.1 Das
bestätigen Testkäufe des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker e.V. (ZL)2.
» Gefälscht wird alles, wovon sich die kriminellen Fälscher Profit versprechen. Beispiele sind
Lifestyle-Medikamente, Arzneimittel gegen Krebserkrankungen, HIV oder Diabetes und
Malariamittel3.
» Arzneimittelfälschungen sind für Kriminelle lukrativ: Auf dem Schwarzmarkt kostet ein
Kilogramm an Plagiaten von Viagra® durchschnittlich 90.000 Euro. Damit ist es teurer als
Kokain, das geschätzte 65.000 Euro kostet.4

Kategorien von Fälschungen5

Laut WHO gibt es verschiedene Kategorien von Fälschungen:
Produkte ohne Wirkstoff(e)
Produkte mit falschen (zu hohen oder zu niedrigen) Wirkstoffmengen
Produkte mit gefälschten/falschen Inhaltsstoffen
» Die Fälschungen können toxisch sein wegen toxischer Inhaltsstoffe oder wegen der
Überdosierungen der korrekten Wirkstoffe
» Da Fälschungen oft unter unhygienischen Bedingungen hergestellt sind, können sie zudem
Verunreinigungen enthalten oder mit Bakterien kontaminiert sein.

Zollstatistiken

» Der Handel mit illegalen und gefälschten Arzneimitteln nimmt in Deutschland seit Jahren zu.
» Im Jahr 2015 stellten Zoll-Fahnder 3,9 Millionen Stück gefälschte Tabletten sicher. Die
geführten Ermittlungsverfahren richteten sich dabei zunehmend gegen größere kriminelle
Strukturen und Verteilerbanden. Die Anzahl der Personen, gegen die der Zoll wegen Vergehen Zusammenhang mit Medikamenten ermittelte, stieg von 3.100 im Vorjahr auf 4.100.6
» Im Jahr 2013 gab es 1.854 (2008: 407) Verfahren wegen Arzneimittelschmuggels. Im Jahr
2014 beschlagnahmte der Zoll 119.000 gefälschte Arzneimittel im Wert von 1,4 Mio. Euro7.
» Bei der internationalen Interpol-Operation Pangea IX wurden innerhalb einer Aktionswoche im Mai/Juni 2016 bundesweit 564 Brief- und Paketsendungen mit 50.915 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr gezogen. 40,3 % der Feststellung entfielen auf Potenzmittel8.

Arzneimittelfälschungen im legalen Vertriebsweg

» Von 1996 bis Anfang 2008 wurden dem Bundeskriminalamt (BKA) insgesamt 49 Fälle von
Arzneimittelfälschungen in der legalen Verteilerkette bekannt, davon 11 Totalfälschungen. Von 38 dieser Fälle war (auch) Deutschland betroffen.9
» In Apotheken und pharmazeutischen Großhandlungen sind in den vergangenen Jahren
mehrere Einzelfälle von gefälschten Arzneimitteln aufgetaucht, darunter das Magenmittel
Omeprazol,10 und verschiedene Re- bzw. Parallelimporte11 mit verschiedenen Indikationen.

Lösungsansätze der Apothekerschaft

» Verbraucher können sich mit Verdachtsfällen an ihre Apotheke wenden: Die
Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und das Zentrallaboratorium
Deutscher Apotheker (ZL) sind die Hauptansprechpartner der Apotheken für den Umgang und die Untersuchung von Verdachtsfällen von Arzneimittelfälschungen.
» Die ABDA hat über die Apotheken mehr als 10. Mio. Exemplare der Broschüre „Gefälschte
Medikamente – echte Nebenwirkungen“ an Verbraucher verteilt.
http://www.abda.de/sichere_arzneimittel.html
» securPharm ist eine Initiative der Arzneimittelhersteller, der Pharmagroßhändler und der
Apotheker zum Schutz des legalen deutschen Arzneimittelvertriebs. Ziel ist es, die Echtheit von Arzneimitteln in der Apotheke zu garantieren. Mehr unter www.securpharm.de

­
Wir bitten Sie beim Bestellen auf das Siegel des Deutschen Versandapothekenregisters zu achten. Durch Klicken auf das Siegel muss die Registrierung als Versandapotheke erscheinen. Nur wenn Sie den Eintrag auf der Internetseite des DIMDI sehen können handelt es sich um eine registrierte Apotheke. Vergleichen Sie auch die Anschrift, die Sie im Impressum der Versandapotheke finden. Finden Sie keine Anschrift oder kein Siegel des DIMDI wird es sich um ein illegales Angebot handeln.

Dr. Ralph Roeder
Versandapotheke Parcelmed



__________________________________________________________________________
1 Faktenblatt der WHO, 2012 http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs275/en/
2 http://www.abda.de/423.html
3 Faktenblatt der WHO, 2012 http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs275/en/
4 http://www.abda.de/478.html
6 Zoll-Jahrespressekonferenz 11. April 2016 http://tinyurl.com/zj8rc52
7 Zollverwaltung, Jahresstatistik 2014, http://tinyurl.com/hhjdoej
8Pressemitteilung des Zollkriminalamts, 9.06.2016 http://tinyurl.com/hb5djmc
9 www.vfa.de/download/pos-arzneimittelfaelschungen.pdf
10 Pharmazeutische Zeitung Ausgabe 13/2013: „Omeprazol: Fälscher verhaftet“ http://tinyurl.com/qhq7kph
11 AMK-Meldungen vom 18.02.2013, 02.08.2013, 03.12.2013, 17.04.2014, 22.04.2014, 05.06.2014, 24.06.2014 und Meldung des Paul-Ehrlich-Institut (PEI) vom 28.08.2014

Montag, 10. Oktober 2016

Solvohexal - Alternative zu Sinupret forte

Mit der Markteinführung von Solvohexal hat die Hexal AG ein Konkurrenzprodukt zu Sinupret forte auf den deutschen Markt gebracht, das zu den bekanntesten und meistverkauften Erkältungspräparaten gehört.
Solvohexal
Solvohexal ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Unterstützung der Schleimlösung bei Erkältungen mit Schnupfen zugelassen worden.
Es handelt sich dabei um überzogene Tabletten mit Enzianwurzel, Eisenkraut, Sauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumen in der gleichen Dosierung. Die Einnahmevorschrift ist also die Gleiche. Solvohexal wird z.Z. günstiger als Sinupret forte angeboten. Es ist damit zu rechnen, dass dies so bleibt.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Tipps gegen Nasenbluten

Kopf nach hinten - oder nach vorne? Was bei einer blutenden Nase zu tun ist, wird nicht nur unter Eltern heftig diskutiert. Dabei haben Ärzte eine klare Antwort.

Kinder und Jugendliche sind neben Menschen über 50 die am stärksten von Nasenbluten geplagten. Zuverlässige Zahlen zur Häufigkeit in der Bevölkerung gibt es nicht. Dennoch kennen sich viele mit der richtigen Erstversorgung nicht aus. Ende der Neunziger konnten bei einer Umfrage unter 500 Menschen in Großbritannien nur elf Prozent die richtige Reaktion auf eine blutende Nase beschreiben. Von mehr als hundert britischen Schülern plädierten 2009 ebenfalls die meisten für falsche Erste-Hilfe-Methoden. Dabei ist die richtige Reaktion auf den Blutfluss seit vielen Jahren bekannt.

Bei Kindern und Jugendlichen läuft das Blut typischerweise aus einem Ort mit dem niedlichen Namen Locus Kiesselbachi. Er befindet sich vorne an der Nasenscheidewand, die rechtes und linkes Nasenloch trennt. Dicht unter der Hautoberfläche laufen hier Abzweigungen mehrerer großer Adern zusammen und bilden ein filigranes Gefäßgeäst. Vor neugierigen Kinderfingern sind die Äderchen dort kaum geschützt.


Besonders empfindlich ist die Stelle zur Erkältungszeit. Dann ist die Nasenschleimhaut dick und die kleinen Gefäße schwellen an. Am Naseneingang verkrustet der Erkältungsschleim. Wer nun beginnt, den Grind abzupiddeln, verletzt mit dem Fingernagel oder den scharfen Kanten des Schorfs leicht die feinen Äderchen. Das Blut läuft.

Was man nicht tun sollte, ist, den Kopf in den Nacken zu legen. Dann nämlich fließt das Blut über den Rachen in den Magen und kommt, wenn es ungünstig läuft, mitsamt dem restlichen Mageninhalt durch den Mund wieder heraus. Dadurch lässt sich nicht abschätzen, wie stark die Nase blutet, wenn die Flüssigkeit im Bauch verschwindet.
Der Patient sollte sich hinsetzen und nach vorne lehnen, sodass das Blut in ein Taschentuch läuft. Außerdem sollte er seine Nasenflügel für zehn bis 15 Minuten zudrücken. In leichteren Fällen reichen auch drei bis fünf Minuten aus.
Wichtig ist, dem unteren Drittel der Nasenflügel ordentlich Druck zu machen. Häufig setzen Ersthelfer Daumen und Zeigefinger zu weit oben am Knochen an, damit verfehlen sie das Ziel. Nur, wenn die Nasenflügel an der richtigen Stelle auf die Scheidewand drücken, verschließen sie die verletzten Gefäße im Locus Kiesselbachi. Das Blut kann dann nicht mehr aus den Äderchen fließen, Blutplättchen und Eiweiße verschließen die Verletzung.

Etwas schwieriger wird die Erste Hilfe bei älteren Menschen. Sie bluten häufiger hinten in der Nase, wo größere Arterienabzweigungen reißen. Je größer das verletzte Druckgefäß ist, desto mehr Blut sprudelt aus der Nase. Zudem lassen sich die Adern im hinteren Nasenteil von außen kaum zudrücken. Dann gilt erst recht: Oberkörper nach vorne beugen, sodass das Blut nicht in den Magen laufen kann.

Fließt sehr viel Blut aus der Nase, hilft Kälte. Im Zweifel tut es aber auch ein kaltes Tuch im Nacken. Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße, um die Wärme in der Körpermitte zu halten. So kann weniger Blut aus den Äderchen fließen. Die Kältereaktion ist auch eine Erklärung, warum wir in den kalten Monaten leichter eine Erkältung bekommen. Die Schleimhäute in der Nase sind die erste Abwehr gegen Viren. Sind sie schlecht durchblutet, haben die Erreger leichteres Spiel.

Warum manche Menschen häufiger Nasenbluten bekommen als andere, lässt sich nicht pauschal beantworten. Neben dem Geschlecht und ungünstigen Verhaltensweisen wie Nasenbohren oder Zusammenstößen mit Bällen oder Fäusten, spielt nach heutigem Wissen auch die Veranlagung eine wichtige Rolle. Zudem sind Nasenspray-Junkies anfälliger. Im Dauereinsatz trocknen die Mittel die Nasenschleimhaut aus.

Nur selten sind ernste Erkrankungen, etwa Wucherungen im Rachen oder genetische Defekte, die Ursache. Bei älteren Menschen gibt es die Theorie, dass Bluthochdruck das Risiko für Nasenbluten erhöht. Allerdings bezieht sich die Blutdrucktheorie auf dauerhaft erhöhte Werte. Zudem ist der Zusammenhang nicht sicher nachgewiesen. Denkbar wäre, dass die Blutgefäße leichter reißen, wenn sie durch langjährigen unbehandelten Bluthochdruck beschädigt wurden.

So lässt sich Nasenbluten in vielen Fällen durch einfache Methoden vorbeugen. Fettige Cremes können verhindern, dass die Haut am Naseneingang austrocknet. Fließt das Blut trotzdem regelmäßig oder hört es trotz Erster Hilfe nach 20 Minuten nicht auf, muss der Arzt ran. Mit Tamponaden wie Gelaspon kann er auch Blutungen im hinteren Teil der Nase stoppen.

FAZIT: Den Kopf bei Nasenbluten nach hinten zu legen, bringt nichts und kann sogar gefährlich werden. Stattdessen sollte man sich nach vorn lehnen und den vorderen unteren Teil der Nase mehrere Minuten kräftig zudrücken. Hilft alles nichts, muss ein Arzt ran.

Dienstag, 28. Juni 2016

Sonnenbrand im Auto

Beim Autofahren kann nicht nur das Fahren im offenen Cabrio, Schiebedach oder bei offenenem Fenster Hautschäden verursachen und möglicherweise andere Erkrankungen begünstigen. Seitenfenster im Auto schützen nicht immer gut vor UV-A-Strahlung. Im Fachblatt JAMA Ophthalmology zeigt Brian Boxer Wachler die Gefahren, die durch UV-A-Strahlen enstehen können, die durch das Seitenfenster des Autos bei längeren Autofahrten enstehen können. UV-A-Schutz im Auto ist offenbar nur durch die Frontscheibe gewährleistet. Dafür ist laminiertes, splitterfestes Glas vorgeschrieben. Die Frontscheibe schützt zu 96 Prozent und damit fast vollständig vor schädlicher UV-A-Strahlung. Schädliche UV-A-Strahlen können die Seitenscheiben aber oft leichter durchdringen und auf diese Weise möglicherweise Hautkrebs und Linsentrübung (Katarakt, Grauer Star) begünstigen.
Einen Sonnenbrand bekommt man auch durchs Seitenfenster allerdings nicht. Sonnenbrand wird vor allem durch UV-B-Strahlung verursacht, die nur in geringem Maße das Glas durchdringt.
Boxer Wachler hat an einem wolkenlosen Tag Autohändler in Los Angeles besucht und mit einem UV-A-Messgerät die Einstrahlung außerhalb der Autos und im Innenraum hinter den Fenstern gemessen. Bei 29 untersuchten Modellen ergab sich bei den Seitenscheiben nur ein UV-Schutz von durchschnittlich 71 Prozent. Den besten UV-A-Schutz fand der Autor mit 92 bis 96 Prozent bei neueren Modellen von Lexus und Mercedes. Porsche und BMW schnitten mit 55 und 56 Prozent schlechter ab. "Es kommt auf das Modell an und darauf, welches Glas die Hersteller verwendet haben", sagt Boxer Wachler. Getönte Scheiben bieten nicht automatisch mehr Schutz, und weder ein höherer Preis noch die edlere Marke gingen mit einer besseren UV-A-Blockade einher.
Ärzte beobachten seit Längerem, dass Hautkrebs und Grauer Star vermehrt auf der linken Seite des Gesichts vorkommen. Die Ursache dafür ist noch nicht klar. Wer viel als Fahrer mit dem Auto unterwegs ist, exponiert seine linke Körperhälfte stärker der Sonne und könnte deshalb ein erhöhtes Risiko aufweisen. Natürlich sollte das, je nach Sonnenstand, auch für Insassen auf der rechten Seite gelten. In Ländern mit Linksverkehr müssten sich die Auffälligkeiten natürlich auf die rechte Seite verlagern.
"Hersteller sollten darüber nachdenken, den UV-A-Schutz in den Seitenscheiben ihrer Modelle zu erhöhen", sagt Boxer Wachler. Solange dies nicht geschehen ist wäre es aus unserer Sicht ein Sonnenschutzmittel mit hohem UV-A-Schutz aufzutragen eine Lösung für lange Autofahrten im Sommer. Transparente Gele und Produkte auf der Basis von Titandioxid erreichen keinen hohen UV-A-Schutz. Besser geeignet sind z.B. Produkte mit Bisoctrizol (Tinosorb® M). Eine größere Auswahl z.B. bietet Avene Sunsitiv.


Den Artikel können Sie hier nachlesen:
Assessment of Levels of Ultraviolet A Light Protection in Automobile Windshields and Side Windows,
Boxer Wachler Vision Institute, Beverly Hills, California
JAMA Ophthalmol. Published online May 12, 2016. doi:10.1001/jamaophthalmol.2016.113
http://archopht.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2522190

Donnerstag, 23. Juni 2016

Mückenschutz und Mückenmittel


Die Mücken summen wieder. Regelmäßig treten Mückenplagen im Sommer, speziell dann, wenn es nach feuchten Tagen wieder wärmer wird, auf. Dies ist besonders störend, wenn man die warmen Abende im Freien genießen möcht.
Das Stechmücken vom Licht angezogen werden ist ein weitverbreiteter Irrtum. Mücken lokalisieren ihre Opfer über Kohlendioxid, das diese beim Ausatmen abgeben. Zusätzlich ist die „richtige“ Mischung aus Milchsäure, Ammoniak und Fettsäuren auf der Haut ausschlaggebend dafür, ob eine Mücke zusticht oder nicht und sich ein anderes Opfer sucht. Männliche und weibliche Stechmücken ernähren sich vor allem von Nektar und anderen zuckerhaltigen Pflanzen- oder Fruchtsäften. Nur weibliche Mücken stechen, da sie die im Blut enthaltenen Proteine und Eisenverbindungen zur Produktion ihrer Eier benötigen. Einige Stechmückenarten sind als Krankheitsüberträger bekannt. Die gefährlichsten dieser Krankheiten kommen in Deutschland nicht vor. Bei Fernreisen aber sollte man auch an einen geeigneten Mückenschutz denken.
Im Freien lässt sich am besten mit langer, heller und dicht gewebter Kleidung vorbeugen, die nicht zu locker sitzt und das Zustechen erschwert. Auch Mückenkerzen oder Mückenspiralen können ungebetene Gäste abhalten. Auch Duftpelargonien (Lillibet), Tomatenpflanzen, Zitronenmelisse und Katzenminze helfen Mücken fern zu halten.
Räume schützt man am besten mit Fenstergittern oder Moskitonetzen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Mückenschutzmittel auf die Haut aufzutragen. Ätherische Öle aus Basilikum, Lavendel, Zitronenöl oder Eukalyptus wirken zum Teil nur etwa eine halbe Stunde, weil sie schnell verdunsten. Hautempfindliche Menschen reagieren zudem häufig auf diese Duftstoffe. Diese Duftstoffe können Allergien begünstigen. Wirksamer ist ein Insektenschutzmittel aus der Apotheke, das etwa sechs bis acht Stunden schützt. Es werden vor allem Präparate mit DEET, Icaridin oder p-Menthan-3,8-diol empfohlen. Nicht alle dieser Präparate sind für Schwangere oder Kleinkinder geeignet. Einige Präparate sind speziell für den Einsatz in den Tropen geeignet. In unserem Onlineshop haben wir diese Artikel gekennzeichnet.
Und wenn es schon zu spät ist? Bitte den Stich nicht kratzen, sondern kühlen, am besten mit einem Kühlgelkissen und mit Gelen, die Antihistaminika enthalten wie z.B. Fenistil Gel oder rezeptfreie Cremes mit Hydrocortison wie z.B. Systral Hydrocortison.
Alle, die es nervig finden von Mücken geplagt zu werden, können sich damit trösten, dass die Plage meist nur ein paar Tage oder Wochen andauert.

Mehr Artikel zum Schutz vor Insekten und Zecken finden Sie unter Insektenschutz.

Freitag, 3. Juni 2016

Medikamente im Ramadan

Am 6. Juni beginnt der Ramadan und dauert bis zum 4. Juli. Problematisch ist oft die lange Tagesdauer in den höheren Breiten wie z.B. in Mittel- und Nordeuropa wenn der Ramadan in den Sommer fällt.
Muslime sollten während des Ramadans nicht unbedacht auf die Einnahme ihrer Medikamente verzichten. Häufig sind Risiken durch eine Anpassung der Dosis vermeidbar. „Wer dauerhaft zu bestimmten Tageszeiten Medikamente einnehmen muss, sollte mit seinem Arzt oder Apotheker eine individuelle Lösung finden“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. So ist es bei einigen Krankheiten möglich, die Medikamente ausnahmsweise nachts einzunehmen oder auf einen Arzneistoff auszuweichen, der seltener eingenommen werden muss. Die Verbote des Korans gelten nicht für alle Arzneiformen gleich: Die Anwendung von Dosiersprays oder Pulverinhalatoren gegen Asthma oder andere Lungenkrankheiten verstößt nicht gegen die Fastenregeln und ist deshalb auch im Ramadan erlaubt. Auch Salben und Augentropfen werden als zulässig angesehen, nicht aber Nasentropfen oder Zäpfchen.

Diabetiker sollten sich unbedingt dazu beraten lassen, wie sie ihre Medikamenteneinnahme auf die geänderten Zeiten der Nahrungsaufnahme abstimmen. Dazu gehört, dass sie mehrmals täglich den Blutzuckerwert kontrollieren und auf die Symptome einer Über- bzw. Unterzuckerung achten. Diabetiker sollten ohnehin immer Traubenzucker dabei haben, um Unterzuckerungen beheben zu können.
Muslime, die ein hohes Alter erreicht haben und möglicherweise von Krankheiten geplagt sind, müssen nicht fasten. Generell sind Krankheiten ein Grund, die Fastenzeit auszusetzen. Ist eine Frau schwanger oder stillt ihr Kind noch, wird sie von der Fastenzeit befreit. Die Befreiung von der Fastenzeit bei Krankheit, Reise oder Schwangerschaft gilt nur für den Moment. Ist ein Muslim wieder in der Lage zu fasten, so ist er angehalten, die Fastentage nachzuholen.
Kranke Muslime müssen nach den religiösen Vorschriften des Korans also nicht fasten. Viele möchten dies aber trotzdem tun. Am 6. Juni beginnt der Ramadan 2016 und dauert bis zum 4. Juli. Am Ende des Ramadan wird am Eid al-Fitr (Fastenbrechen) zum Teil sehr ausgiebig gegessen. Auch hier sollten Personen mit Stoffwechselerkrankungen oder Magen-Darmerkrankungen Vorsicht walten lassen.


Donnerstag, 4. Februar 2016

ZIKA-Virus - Warnung für Schwangere

Wegen der grassierenden Zika-Viren raten nun auch deutsche Experten Schwangeren von Reisen in die betroffenen Länder Lateinamerikas ab. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und das Auswärtige Amt empfehlen, Reisen in die Ausbruchsgebiete «möglichst zu vermeiden». Sollten Reisen unvermeidlich sein, müssten sich Schwangere konsequent vor Mückenstichen schützen.  Experten nehmen an, dass der von bestimmten Mücken übertragene Erreger bei Embryos im Mutterleib möglicherweise zu Schädelfehlbildungen führen kann. Zuletzt wurden Fälle von Zika-Infektionen aus mehreren Ländern und Regionen Mittel- und Südamerikas gemeldet, darunter Brasilien, Kolumbien und Mexiko.


Auf die DTG-Empfehlung verwies das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) jüngst in seinem Bulletin. Da es für Reisehinweise selbst nicht zuständig ist, empfiehlt das Institut Schwangeren, sich vor einer Reise medizinisch beraten zu lassen. Wenn schwangere Frauen bereits in betroffenen Gebieten unterwegs gewesen seien, sollten sie ihren Frauenarzt bei der Vorsorgeuntersuchung darauf hinweisen. Bei Erwachsenen verlaufen Zika-Infektionen in der Regel relativ harmlos mit leichtem Fieber und Hautausschlag.

Auch in den USA ist das Zika-Virus inzwischen aufgetaucht. Reisende haben den Erreger eingeschleppt. Im Bundesstaat Florida gebe es drei Fälle, teilte das örtliche Gesundheitsamt jetzt mit. Zwei Infizierte hätten im vergangenen Dezember Kolumbien besucht, ein weiterer Patient Venezuela. In den gesamten USA gibt es nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) etwa ein Dutzend Fälle. Alle Betroffenen hätten sich im Ausland angesteckt. Gegen die Erkrankung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel. Auch die US-Behörde CDC hatte Schwangeren kürzlich von Reisen nach Lateinamerika und in die Karibik abgeraten.

Allein in Brasilien wurden seit Oktober vergangenen Jahres mehr als 11.000 Ansteckungen mit Zika-Viren nachgewiesen, hatte das Gesundheitsministerium des Landes kürzlich mitgeteilt. Parallel dazu meldeten brasilianische Behörden einen sprunghaften Anstieg von  Schädel-Fehlbildungen bei Säuglingen. Ein Zusammenhang mit Zika wird vermutet. Allerdings kann eine Mikrozephalie verschiedene Ursachen haben, etwa eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft oder Genmutationen. Die Regierung in Kolumbien teilte am Donnerstag mit, dass bislang 560 nachweislich mit dem Zika-Virus infizierte Schwangere registriert wurden. Mehr als 100 hätten ihre Kinder bereits zur Welt gebracht, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Fernando Ruiz. Mikrozephalie-Fälle seien dabei bisher nicht bekannt geworden. Möglicherweise würden neurologische Schäden aber erst innerhalb der nächsten Monate festgestellt.

Donnerstag, 12. November 2015

Krebs durch Wurst?

Krebs durch Wurst - Panikmache oder echte Gefahr?

Die Wurst galt noch nie als besonders gesund. Doch dass die WHO sie nun als krebserregend einstuft, überrascht dann doch. Geht von Salami und Bratwürsten eine echte Gefahr aus? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Gut 38 Kilo Schweinefleisch und fast neun Kilo Rindfleisch isst jede Person im Durchschnitt pro Jahr. Doch nun hat die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Wurstwaren als krebserregend eingestuft - auch rotes Fleisch sei "wahrscheinlich krebserregend“. Was ist dran an der Warnung? Sollten Wurstfans nun besser auf Salami, Schinken und Gelbwurst verzichten?
Gut 38 Kilo Schweinefleisch und fast neun Kilo Rindfleisch isst jede Person im Durchschnitt pro Jahr. Doch nun hat die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Wurstwaren als krebserregend eingestuft - auch rotes Fleisch sei "wahrscheinlich krebserregend“. Damit dürfte vielen der Appetit vergangen sein. Was ist dran an der Warnung? Sollten Wurstfans nun besser auf Salami, Schinken und Gelbwurst verzichten?

Für welche Lebensmittel gilt die Einschätzung der WHO?

Die Krebs-Experten haben verarbeitetes Fleisch als krebserregend eingestuft. Dazu zählen geräucherte, gepökelte oder anderweitig verarbeitete Fleischwaren - Wiener Würstchen ebenso wie Kochschinken, Salami, Dosenfleisch, Kasseler oder Soßen auf Fleischbasis.
Rotes Fleisch ist nach Auffassung der Experten dagegen als "wahrscheinlich krebserregend" einzustufen. Darunter fällt das Muskelfleisch von Säugetieren, etwa Rindern, Schweinen, Lämmern und Pferden. Weißes Fleisch, also Geflügel, wurde in dem Bericht nicht betrachtet. Nach Angaben des Deutschen Krebsinformationsdienstes DKFZ hat es allerdings auch keinen messbaren Einfluss auf das Darmkrebsrisiko.

Um welche Krebsarten geht es?

Vor allem um Darmkrebs. Deutschlandweit ist das die dritthäufigste Tumorerkrankung. Es ist bekannt, dass diese Krebsart durch einen ungesunden Lebensstil begünstigt werden kann. So zählen wenig Bewegung, Übergewicht und Tabakkonsum zu den Risikofaktoren. Für verarbeitetes Fleisch gibt es auch Hinweise auf Verbindungen zu Magenkrebs, dies ist aber nicht erwiesen. Bei rotem Fleisch könnte es zudem Verbindungen zu Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs geben.

Was bedeutet die Bewertung durch die IARC?

Anhand von Studien bewertet die IARC das Krebsrisiko, das von bestimmten Stoffen ausgeht. Für die Beurteilung von rotem Fleisch und Wurstwaren haben die Experten mehr als 800 Studien analysiert. Zur Einteilung nutzt das IARC fünf Kategorien: "nicht krebserregend" (4), "nicht einzustufen" (3), "möglicherweise krebserregend" (2B), "wahrscheinlich krebserregend" (2A) und "krebserregend" (1). Verarbeitetes Fleisch zählt nun zur Gruppe 1, in der sich auch Tabakrauch befindet. Rotes Fleisch ist in der Gruppe 2A.

Ist Wurst damit so gefährlich wie Tabakqualm? Nicht zwingend. Die Einteilung des IARC besagt lediglich, dass für beide Stoffe belegt ist, dass sie krebserregend wirken. Deutlich macht das die IARC auch anhand von Zahlen: Pro Jahr sterben etwa eine Million Menschen an durch Rauchen verursachten Lungenkrebs - und circa 34.000 Menschen an Krebs, der durch Konsum von verarbeitetem Fleisch ausgelöst wurde.

Warum ist Wurst krebserregend?

Es ist nicht abschließend geklärt, warum Wurstwaren Krebs auslösen können. Die Verarbeitung des Fleisches scheint bei diesem Prozess aber eine wichtige Rolle zu spielen: So könnten sich beim Erhitzen krebserregende Stoffe bilden.
Für das Grillen ist dieser Effekt bereits seit Längerem bekannt: Wenn das Fett aus Wurstwaren und Fleisch in die Glut tropft, können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, entstehen, die krebserregend sind. Gepökeltes Fleisch und Wurstwaren sollten aus Sicherheitsgründen nicht erhitzt, gebraten oder frittiert werden, da sonst gesundheitsgefährdende Nitrosamine entstehen. Auch sie sind krebserregend.

Der Deutsche Krebsinformationsdienst rät Patienten, möglichst wenig rotes Fleisch und Wurstwaren zu essen. Geflügelfleisch ist nach derzeitigem Wissensstand unbedenklich, und Fisch könnte sogar einen gewissen Schutz vor Darmkrebs bieten. Allerdings reicht die derzeitige Datenlage nicht aus, um zu einem erhöhten Fischkonsum zu raten.

Ist jede Wurst gleich krebserregend?

Nach derzeitigem Wissensstand ist diese Frage schwer zu beantworten. Nach Angaben der IARC verstehen die Forscher noch nicht, warum Fleisch das Krebsrisiko beeinflusst. Gepökelte Fleischwaren können jedoch gesundheitsgefährdende Nitrosamine enthalten, daher erscheint es sinnvoll, nach Möglichkeit Pökelsalz-freie Wurstwaren zu kaufen. Einige Biobetriebe bieten diese an. Außerdem enthalten bestimmte Fleischerzeugnisse wie Gelbwurst oder Leberwurst traditionell kein Pökelsalz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät grundsätzlich dazu, Fleisch und Wurstwaren nicht zu lange großer Hitze auszusetzen.

Ist es besser, auf Wurst und Fleisch zu verzichten?

"Man kann jedes Fleisch bedenkenlos essen. Es kommt aber auf die Menge an", sagt Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Fleisch habe auch positive Effekte: "Wir führen damit zum Beispiel Eisen, hochwertiges Eiweiß und bestimmte Vitamine zu."
Einen Verzicht auf Fleisch empfehlen auch die Autoren der Studie nicht. Eine vegetarische Ernährung habe ebenso wie der Fleischkonsum "Vorteile und negative Auswirkungen auf die Gesundheit".

Worauf sollte ich achten, wenn ich weiterhin Wurst essen möchte?

Wie so oft: Die Menge macht’s. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu sich zu nehmen. Das entspricht zwei bis vier Stück Fleisch zu je 150 Gramm. Die Realität sehe aber bundesweit anders aus, sagt DGE-Pressesprecherin Antje Gahl. "Männer verzehren etwa doppelt so viel mit 1092 Gramm pro Woche." Frauen seien gerade so im Rahmen - die Daten stammen allerdings aus den Jahren 2005 und 2007. Die Krebsforschungsagentur betont, dass man anhand der vorliegenden Informationen nicht sagen könne, ob es ein sicheres Maß an Fleisch gibt. Klar scheint aber: Je mehr, desto höher das Risiko.

Ein Service aus dem ABDA-Posting -Service
Dr. Ralph Roeder
Versandapotheke Parcelmed

Montag, 1. Juni 2015

Aktionstag gegen den Schmerz am 2. Juni 2015

Veranstaltungen an über 500 Orten in Deutschland!

Kostenlose Patienten-Hotline: 08001818120. Zwischen 9:00 und 18:00 Uhr stehen mehrere Dutzend renommierte Schmerzexperten aus ganz Deutschland für Fragen zur Verfügung.

Jährlich, immer am ersten Dienstag im Juni, findet der "Aktionstag gegen den Schmerz" statt.
Am 2. Juni 2015, findet der „Aktionstag gegen den Schmerz“ zum vierten Mal statt. Erneut können sich Schmerzpatienten und ihre Angehörigen gezielt über Behandlungsmöglichkeiten informieren und beraten lassen.
Schmerztherapeutische Einrichtungen in ganz Deutschland geben Ihnen Einblicke in die verschiedenen Methoden der Schmerzbehandlung.
Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. stellt Informationsmaterialien, u.a. für Patientinnen und Patienten aktuellen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten vor.
Erstmalig     in diesem Jahr machen auch Pflege-Schmerzexperten am Aktionstag mit. Als Extraservice für Pflegefachkräfte hat die Deutsche   Schmerzgesellschaft e.V. gemeinsam    mit den Pflegeverbänden ein    Expertentelefon „Schmerz & Pflege“ für den 2.Juni eingerichtet:Pflegefachkräfte ggeben dann Tipps    an ihre Fachkolleginnen und Kollegen,    beispielsweise zu Fragen der spezialisierten Ausbildung oder aber Expertenstandards in der Pflege älterer Schmerzpatienten.

Die Liste der teilnehmenden Einrichtungen finden Sie hier:
http://www.dgss.org/fileadmin/pdf/Teilnehmerliste_Aktionstag_gegen_den_Schmerz_2015_v2.pdf